Liebe Patientinnen und Patienten,
Im Juli hat die Bundesregierung das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) beschlossen. Dieses soll dem Zwecke dienen, dass das kassenärztliche System bezahlbar bleibt.
Dass im System Geld fehlt, ist offensichtlich. Der größte Ausgabenpunkt sind die Krankenhäuser, der jahrelang zweite Punkt sind nicht mehr die Kassenärzte, sondern die Medikamente.
Wohin geht das ganze Geld, welches Sie einzahlen?
Der größte Punkt sind die sogenannten Versicherungs-fremden Leistungen. Das sind Leistungen, die eigentlich Aufgabe des Staates wären und somit steuerfinanziert werden müssten, damit würden alle das zahlen, nicht nur Sie. Es handelt sich um die stolze Summe von 58.000.000.000 Euro, der Staat bezuschusst die Versicherungen, allerdings nicht mit 58 Milliarden, sondern mit knapp 14,5 Milliarden, fehlen noch 43,5 Milliarden, das ist unvorstellbar viel Geld. Gut nachzulesen bei der Hans-Böckler-Stiftung.
Zudem bezahlen wir alle, Sie und wir Kassenärzte mit unserer Arbeit die Kostenexplosion im Medikamentenbereich. Die modernen Medikamente sind vielmals ein Segen für die Betroffenen, aber warum kosten sie denn soviel mehr bei uns als im Ausland?
Ein dritter Punkt ist die medizinische Versorgung von Immigranten. Diese große Gruppe ist aus den verschiedensten Gründen in unser Land gekommen. Dies beruht auf politischen Entscheidungen. Wenn der Staat beschließt, dass auch diese Gruppe die gleichen medizinischen Leistungen erhält wie die langjährigen Beitragszahler, dann müssen die Mehrkosten aber auch zu 100% vom Staat getragen werden, weil diese Gruppe unterdurchschnittliche Krankenkassenbeiträge einzahlt.
Der letzte Punkt ist folgender: Die sogenannten Kassenärzte haben seit Jahrzehnten ein sogenanntes Budget. Damit werden Ausgaben gedeckelt, damit dies besser kalkulierbar ist. Somit wird jedem Kassenarzt für das Quartal eine bestimmte Summe Geld garantiert, die er bei Beibehaltung seiner ärztlichen Arbeit auf jeden Fall erhält, das sind dann 70-80% der geleisteten Arbeit. Dann rechnet die Kassenärztliche Vereinigung aus, wieviel Geld noch da ist und der Rest wird ausgeschüttet, so dass wir auf Auszahlungsquoten von 80-90% kommen. Das klingt ja eigentlich nicht schlecht. Ist es aber. Denn keine Gruppe in Deuschland verzichtet seit Jahren auf Ihr Gehalt? Eigentlich ist jede kassenärztliche Leistung genau berechnet, alle Kosten sind berücksichtigt und ein kleiner Gewinn ist auch vorhanden. Wenn aber davon 10-20 Prozent oder mehr abgezogen werden, kommt man in den negativen Bereich. Dann zahlt der Kassenarzt drauf. Oder: Er zahlt Geld dafür, dass er Sie behandeln darf. Das ist seit Jahren so und Jahr für Jahr - siehe oben - wird es schlechter, gut nachzulesen bei der Bundes-KV.
Das hat nun Konsequenzen auch für das EDZE. Um weiterhin als Praxis bestehen zu können, werden wir unsere Sprechzeiten ab dem 1.1.27 einschränken, dazu kommt, dass wir nun feste Sprechzeiten an die Terminservicestelle 116117 abtreten müssen, für Sie bleibt dann noch weniger Sprechzeit. Das aktuelle Kassenarztsystem soll kaputtgespart werden, ich finde, dass das die Politik auch so sagen sollte. Bitte beschweren Sie sich nicht bei uns, sondern sprechen Sie mit Ihrem Abgeordneten, diesen finden sie hier.